Haut

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Haut

Als Haut bezeichnet man bei Lebewesen die äußere Hülle von Menschen und Tieren. Diese Haut hat verschiedene Aufgaben: Sie beeinflusst die Körpertemperatur, es ist eine Sinnesorgan für Hitze, Kälte, Berührung und Schmerz, sie schützt vor Verletzungen, Bakterien und der Sonne.

Haut ist der von Lederfachleuten verwendete Begriff für die abgezogene Haut von großen Tieren wie Rindern, Büffeln, Pferden, aber auch Schweinen. Die Haut kleinerer Tiere wird als Fell bezeichnet. In der Umgangssprache ist die "Haut" die äußere Hülle und Schutzschicht von Menschen und allen Tieren.

Die Haut von Säugetieren besteht zu 98 Prozent aus Eiweißstoffen, ferner aus Fett, Wasser und Mineralstoffen. Sie gliedert sich in drei Schichten: Oberhaut (ca. 1% der Dicke), Lederhaut (ca. 85%) und Unterhaut (ca. 15%). Die Lederhaut ist die für die Lederherstellung relevante Schicht.

Die Oberhaut setzt sich aus einer trockenen Hornschicht sowie einer darunterliegenden Schleimhaut zusammen, aus der heraus die Hornschicht ständig erneuert wird. Die Oberhaut beträgt von ihrer Dicke her nur ein Prozent der Gesamthautstärke. Die Oberhaut wird in der Gerberei beim Äscher chemisch entfernt.

Die eigentlich für die Lederherstellung interessante Schicht ist die Lederhaut, die aus einer dichten Verflechtung von Gewebefasern besteht und Blutgefäße, Haarbälge sowie Nervenenden enthält.

In der oberen Lederhaut befindet sich die sogenannte Papillarschicht, die später für die Ledernarbung ausschlaggebend ist. Darunter liegt die Retikularschicht, die aufgrund ihrer starken Gewebevernetzung für die Stabilität des Leders verantwortlich zeichnet. Beim Gerben wird das eiweißhaltige Bindegewebe in der Lederhaut herausgelöst, damit der Gerbstoff aufgenommen werden kann. Die chemische Veränderung der Lederhaut ist notwendig, um ihren Zerfallsprozess zu stoppen und die ansonsten unweigerliche Verwesung zu verhindern. Diese wird vor allem vorangetrieben durch Oxidationsprozesse unter

  • Wärmeeinwirkung (Thermooxidation),
  • Lichteinfluss, z. B. Sonneneinstrahlung (Photooxidation),
  • Reibung und Quetschung (mechanische Oxidation),
  • und Reaktionen mit aggressiven Stoffen wie Haut- und Speisefetten (chemische Oxidation).


Die Unterhaut ist für die Lederherstellung wertlos, da sie hauptsächlich aus Fettgewebe und Adern besteht. Sie wird vor dem Gerben durch Entfleischen abgelöst.

Keine Haut gleicht der anderen. Die Haut von unterschiedlichen Säugetieren und Rassen ist unterschiedlich. Dazu ist die Haut je nach Alter, Geschlecht, Ernährung und Witterung unterschiedlich. Dazu ist die Haut innerhalb seiner Fläche zum Teil deutlich unterschiedlich. All das muss der Gerber bei der Auswahl der Rohware und im Herstellungsprozess berücksichtigen, um gute Lederqualität zu liefern.


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Übersicht zur Schichtenstruktur der Säugetierhaut. Urheber: medOCT-group, Zentrum für biomedizinische Technologie und Physik, Medizinische Universität Wien. Lizenz: Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0 Austria

 

Lederhäute

Unter Lederhäuten werden die noch nicht zugeschnittenen, gegerbten Häute von Tieren bezeichnet. Sind die Haare noch vorhanden, wird von Fellen gesprochen.


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Lederhaut und Lederfell.

 

Lederhaut - ledrige Haut

Von einer Lederhaut oder einer ledrigen Haut spricht man nicht im Zusammenhang mit Leder. Es ist eher die umgangssprachliche Beschreibung, wenn eine Oberfläche oder Haut eines Menschen durch Witterung oder andere Umstände sehr runzelig oder faltig geworden ist. Dann spricht man auch von "vom Wetter gegerbte Haut", wobei es kein Gerbprozess ist.


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Wettergegerbte, ledrige Haut.

 

Bovine Haut

Im Zusammenhang mit Leder wird manchmal auch von bovinen Häuten gesprochen. Damit sind die Gruppe der "Bovinae" gemeint. Es ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Rinderarten. Dazu gehören die Rinder, Büffel, Yak, Bisons und einige Antilopenarten.


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